Anlagen: Mit welchen Risiken ist zu rechnen?
Worauf muss man in den nächsten sechs Monaten besonders achten? Und was bedeutet das für die Verwaltung eines Portfolios? In einem Artikel von Isabelle de Laminne für La Libre Belgique geht Damien Petit, Leiter von Private Banking Investments der Bank, auf diese Fragen ein.
Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit günstig, das Wachstum ist stabil und weltweit synchronisiert. Dennoch sind überall auch Risiken zu erkennen: „Wir sehen, dass die Volatilität auf den Märkten zunimmt. Grund dafür sind drei Sorgen der Anleger: Da ist zum einen die Frage, ob der Wachstumszyklus seinen Höhepunkt bereits erreicht hat. Die zweite Sorge betrifft einen möglichen Anstieg der Inflation. Und drittens belastet auch das Risiko eines Handelskriegs die Märkte“, meint Petit.
Muss man nach neun aufeinander folgenden Jahren des Wachstums nun mit einer Rezession rechnen?
Der Konjunkturzyklus ist bereits sehr weit fortgeschritten, doch die Wachstumsraten der vergangenen Jahre waren niedrig. Das Wachstum dürfte zweifellos von der hohen Staatsverschuldung gebremst werden; zudem zeichnen sich in der Eurozone eine konjunkturelle Abschwächung und sinkendes Vertrauen ab. „Es gibt also Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung, die aber nicht sehr beunruhigend sind. Die Entwicklung der Zinskurve könnte eine Konjunkturwende erwarten lassen. Obwohl es Signale dafür gibt, dass sich der Trend abschwächt, bleiben wir bei unserem Aufschwungsszenario - auch wenn das Wachstum weiter niedrig ausfallen wird”, ergänzt Petit. In Bezug auf die Inflation spielen verschiedene, gegenläufige Faktoren eine Rolle: Die Arbeitslosigkeit in den USA nimmt ab; gleichzeitig führt der Anstieg des Online-Handels zu erhöhtem Preisdruck. „Wir sind nicht überzeugt, dass die Inflation wieder steigt, können dies aber auch nicht vollständig ausschließen.“ Eine Gefahr könnte schließlich von den sich verschärfenden internationalen Handelskonflikten ausgehen: Solides Wachstum ist vom internationalen Handel abhängig. Wird der Handel gebremst, so schadet dies dem weltweiten Wachstum. Derzeit sind die handelsfeindlichen Äußerungen von US-Präsident Trump und geopolitische Spannungen die beiden größten Risiken für die Märkte.
Wie sollte man sein Portfolio vor diesem Hintergrund ausrichten?
Die Banque de Luxembourg wird für ihren defensiven Investmentansatz geschätzt - einen Ansatz, der beim Aufbau der Portfolios dem Faktor Risiko Rechnung trägt. „Wir setzen auf Kapitalschutz: Indem wir das Risiko in unsere Strategien einbeziehen, gelingt es uns, in Baissemärkten eine höhere Performance zu erzielen”, erläutert Philippe Celis, Leiter Investment Advisory. Der Fondsmanager ist der Ansicht, dass Volatilität für Anleger mit kurzfristigem Anlagehorizont zwar ein Risiko darstellt. Für langfristig ausgerichtete Anleger hingegen bietet die Volatilität Chancen, da sich durch die Baisse auch Kaufgelegenheiten ergeben. Wichtig ist auch: Je länger die Haltedauer einer Anlage, desto geringer ist ihre Volatilität. Um so wichtiger ist es daher, bei der Portfolioverwaltung langfristig zu denken.
Aktives Management ohne heftige Bewegungen
„Vor allem sind heftige Bewegungen im Portfolio zu vermeiden: Man sollte zum Beispiel nicht alle Aktien gleichzeitig verkaufen. Wir empfehlen daher, die eigene Anlagedisziplin beizubehalten und investiert zu bleiben”, so Celis weiter. Die Banque de Luxembourg wählt Wertpapiere von Unternehmen aus, die einen Wettbewerbsvorteil und hohe Gewinnmargen bieten, mit denen sich ein hoher freier Cashflow erwirtschaften lässt; Unternehmen mit langfristig soliden Bilanzen und hohen Dividenden. Derzeit sind Aktien in den Portfolios unseres Hauses leicht untergewichtet. Im Anleihenanteil gelten US-amerikanische Staatsanleihen zurzeit als Zufluchtswährung.
Zusammenstellung der Zitate: Isabelle de Laminne, La Libre Belgique